Teil eines Werkes 
15. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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eine drückend ſchwere Kette, die man bricht, oder von der man zerbrochen wird. Was Du thun wirſt, das wird ſo ſein, daß es ſich mit Deiner Ehre verträgt. Nur eines mußt Du dem Bunde an Eidesſtatt geloben, und dann erſt wirſt Du Deiner Haft entlaſſen: in den nächſten vierzehn Tagen nicht gegen uns zu kämpfen.

So legt Ihr mir alſo dennoch falſche Geſinnungen unter? ſprach Georg bewegt.Das hätte ich nicht gedacht! Und wie unnöthig iſt dieſer Schwur! Für wen, und mit wem ſollte ich denn auf jener Seite kämpfen? Die Schweizer ſind abgezogen, das Land⸗ volk hat ſich zerſtreut, die Ritterſchaft liegt in den Fe⸗ ſtungen, und wird ſich hüten, den nächſten, beſten, der vom Bundesheer herüber läuft, in ihren Mauern auf⸗ zunehmen, der Herzog ſelbſt iſt entflohen

Entflohen? rief Frondsberg aus.Entflohen? Das weiß man noch nicht ſo gewiß: warum hätte der Truchſes denn die Reiter ausgeſchickt? ſetzte er hinzu. Und überhaupt wo haſt Du dieſe Nachrichten alle her? Haſt Du den Kriegsrath belauſcht? Oder ſollte es wahr ſein, was Einige behaupten wollen, daß Du ver⸗ dächtige Verbindungen mit Würtemberg unterhältſt?

Wer wagt dies zu behaupten? rief Georg er⸗ blaſſend.

Frondsbergs durchdringende Augen ruhten prüfend auf den Zügen des jungen Mannes.Höre, Du biſt mir zu jung und ehrlich zu einem Bubenſtücke, ſagte er,und wenn Du etwas der Art im Schilde führteſt, hätteſt Du Dich wohl nicht vom Bunde losgeſagt, ſon⸗ dern auch ferner Würtembergs Spion gemacht.