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nißvollem Lächeln zur Antwort;„nein! Ich habe ihm ſogar mit aller Mühe abgerathen, Dich zu ſenden, aber es half nichts, denn die wahren Gründe konnte ich ihm doch nicht ſagen. Ich wußte, ehe Du eintratſt, daß Du Dich weigern würdeſt, dies Amt anzunehmen. — Nun, reiße doch die Augen nicht ſo auf, als wollteſt Du mir durch das lederne Koller ins Herz hinein ſchauen. Ich weiß allerlei Geſchichten von meinem jungen Trotz opf da!“
Georg ſchlug verwirrt die Augen nieder.„So kamen Euch die Gründe nicht genügend vor, die ich angab?“ fragte er.„Was wollet Ihr denn ſo Geheim⸗ nißvolles von mir wiſſen?“
„Geheimnißvoll? nun ſo gar geheimnißvoll iſt es gerade nicht, denn merke für die Zukunft: wenn man nicht verrathen ſein will, ſo muß man weder bei Abend⸗ tänzen ſich geberden, wie einer, der vom St. Veitstanz befallen iſt, noch Nachmittags um drei Uhr zu ſchönen Mädchen gehen. Ja, mein Sohn, ich weiß allerlei,“ ſetzte er hinzu, indem er lächelnd mit dem Finger drohte,„ich weiß auch, daß dieſes ungeſtüme Herz gut würtembergiſch iſt.“
Georg erröthete und vermochte den lauernden Blick des Ritters nicht auszuhalten.„Würtembergiſch?“ entgegnete er, nachdem er ſich mit Mühe gefaßt hatte. „Da thut Ihr mir Unrecht; nicht mit Euch zu Feld ziehen zu wollen, heißt noch nicht, ſich an den Feind anſchließen; gewiß, ich ſchwöre Euch—“
„Schwöre nicht!“ fiel ihm Frondsberg raſch ins Wort,„ein Eid iſt ein leichtes Wort, aber es iſt doch


