Teil eines Werkes 
15. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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21 eer auf der andern Seite ſteht, glaubt Ihr auch ſchnell umſatteln zu müſſen!

Georg mochte ſich vertheidigen wie er wollte, der Rathsſchreiber war zu feſt von ſeiner eigenen Klugheit überzeugt, als daß er ſich dieſe Meinung hätte ausre⸗ den laſſen. Er fand dieſen Schritt auch ganz natürlich, und ſah nichts Böſes oder Unehrliches darin. Mit einem yerzlichen Gruß an die Baſe in Lichtenſtein verließ er das Zimmer ſeines Gaſtes. Doch auf der Schwelle ¹ wandte er ſich noch einmal um.Faſt hätte ich das Wichtigſte vergeſſen, ſagte er,ich begegnete Georg von Frondsberg auf der Straße. Er läßt Euch bitten, heute Abend noch zu ihm in ſein Haus zu kommen. Geeorg hatte ſich zwar ſelbſt vorgeſtellt, daß ihn G Frondsberg nicht ohne Abſchied werde ziehen laſſen, und doch war ihm bange vor dem Anblick dieſes Mannes, der es ſo gut mit ihm gemeint, und deſſen freundliche 1 Plane er ſo ſchnell durchkreuzt hatte. Er ſchnallte unter den Gedanken an dieſen ſchweren Gang ſein Schwert 1 um und wollte eben ſeinen Mantel zurecht legen, als ein ſonderbares Geräuſch von der Treppe her ſeine Aufmerkſamkeit auf ſich zog. Schwere Tritte vieler Men⸗ ſchen näherten ſich ſeiner Thüre, er glaubte Schwerter und Hellebarden auf dem Eſtrich ſeines Vorſaales klirren iu hören. Er machte ſchnell einige Schritte gegen die dhüre, um ſich von dem Grund ſeiner Vermuthung zu m berzeugen.

1. Aber noch ehe er die Thüre erreicht hatte, ging dieſe auf. Das matte Licht einiger Kerzen ließ ihn mehre hewaffnete Kriegskuechte ſehen, die ſeine Thüre