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umſtellt hatten. Jener alte Kriegsmann, der ihn heute vor dem Kriegsrath empfangen hatte, trat aus ihrer Mitte hervor.
„Georg von Sturmfeder!“ ſprach er zu dem Jüng⸗ ling, der mit Staunen zurücktrat,„ich nehme Euch auf Befehl eines hohen Bundesrathes gefangen.“
„Mich? Gefangen?“ rief Georg mit Schrecken. „Warum? Weſſen beſchuldigt man mich denn?“
„Das iſt nicht meine Sache,“ antwortete der Alte mürriſch,„doch wird man Euch vermuthlich nicht lange in Ungewißheit laſſen. Jetzt aber ſeid ſo gut und reicht mir Euer Schwert und folget mir auf das Rathhaus.“
„Wie? Euch ſoll ich mein Schwert geben?“ ent⸗ 1 gegnete der junge Mann mit dem Zorn beleidigten Stolzes.„Wer ſeid Ihr, daß Ihr mir meine Waffen abfordern könnet? Da muß der Rath ganz andere Leute ſchicken als Euch, ſo viel verſtehe ich auch von Eurem Handwerk!“.
„Um Gottes Willen, gebt doch nach,“ rief de Rathsſchreiber, der ſich bleich und verſtört an ſeine Seite gedrängt hatte.„Gebt nach! Widerſtand kann Euch wenig nützen. Ihr habt es mit dem Truchſes zu thun,“ flüſterte er heimlicher.„Das iſt ein böſer Feind, bringt ihn nicht noch ärger gegen Euch auf.“¹
Der alte Kriegsmann unterbrach die Einflüſterungen 4 des Rathsſchreibers.„Es iſt wahrſcheinlich das erſte⸗ mal, Junker,“ ſagte er,„daß Ihr in Haft genommen werdet, deßwegen verzeihe ich Euch gern die unziemli⸗ chen Worte gegen einen Mann, der oft in einem Zelt mit Eurem Vater ſchlief. Euer Schwert möget Ihr


