Teil eines Werkes 
15. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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ſondern für ein paar große Herren und für ein paar Mauern voll Spießbürger mich ſchlagen ſollte.

Der unangenehme Eindruck, den beſonders die letz⸗ ten Worte auf den Rathsſchreiber machten, entging ihm nicht, er fuhr daher, indem er ſeine Hand ergriff und drückte, ruhiger fort:Nehmt mir meine ſcharfen Worte nicht übel, mein freundlicher Wirth, weiß Gott, ich habe Euch nicht damit beleidigen wollen. Aber aus

² Euxem eigenen Munde habe ich die Geſinnungen und 4 or der verſchiedenen Parteien in dieſem Heere er⸗ *fu. Schreibt es Euch ſelbſt zu, wenn ich meinen eig n Weg einſchlage, da Ihr mir die Binde von

ugen genommen habt.

Ihr habt ſo Unrecht gerade nicht, guter Junker. ird bunt hergehen, wenn die Herren erſt das ſchöne da drüben unter ſich theilen. Aber da habe ich ge⸗ dacht, es geht ja in einem hin, Ihr könntet Euch auch Euer Scherflein dabei verdienen. Man ſagt, Ihr dürft es mir aber nicht übel nehmen, Euer Haus ſei etwas herabgekommen, da meinte ich

Nichts davon! fiel Georg raſch ein, gerührt von der Gutmüthigkeit ſeines Gaſtfreundes.Das Haus ht meiner Väter zerfällt, unſere Thore hängen auf gebro⸗ chenen Angeln, auf der Zugbrücke wächst Moos, und auf dem hohen Wartthurm hauſen Eulen. In fünfzig Jah⸗ een ſteht vielleicht noch ein Thurm oder ein Mäuerchen mnund erinnert den Wanderer, daß hier einſt ein ritterliches he Geſchlecht hauste. Aber wenn auch die morſchen Mau⸗

hern über mir zuſammenſtürzen und den Letzten meines 8 Stammes unter ihren Trümmern begraben, Niemand