Teil eines Werkes 
15. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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feſter Stimme. Er fühlte, daß mit dem Zorn über Waldburgs beleidigenden Ton ſein Muth von Minute zu Minute wachſe, er wünſchte ſogar, der Truchſes moͤchte noch weiter in ſeinen Reden fortfahren, denn jetzt glaubte er ſich jeder Entſcheidung gewachſen.

Ja freilich, freilich! lachte Waldburg in bitterem

Grimm,das Ding hat Gefahr, ſo allein in Feindes⸗ land herumzureiten. Ha! Ha! Da kommen die Junker von Habenichts und Binnichts und bieten mit großen Worten und erhabenen Geſichtern ihren Kopf und ihren tapfern Arm an, und wenn es drauf und dran kommt, wenn man etwas von ihnen haben will, ſo fehlt es an Herz. Doch Art läßt nicht von Art, der Apfel fällt nicht weit vom Stamm und wo nichts iſt, da hat der Kaiſer das Recht verloren.

Wenn dies eine Beleidigung für meinen Vater ſein ſoll, antwortete Georg erbittert,ſo ſitzen hier Zeugen, die ihm bezeugen können, daß er in ihrem Gedächtniſſe als ein Tapferer lebt. Ihr müßt viel ge⸗ than haben in der Welt, daß Ihr Euch herausnehmt, auf Andere ſo tief herabzuſehen!

Soll ein ſolcher Milchbart mir vorſchreiben, was ich reden ſoll? unterbrach ihn Waldburg.Was braucht es da das lange Schwatzen? Ich will wiſſen, Junkerlein, ob Ihr morgen Euer Pferd ſatteln, und Euch nach unſeren Befehlen richten wollt oder nicht!

Herr Truchſes, antwortete Georg mit mehr Ruhe, als er ſich ſelbſt zugetraut hätte,Ihr habt durch Eure ſcharfen Reden nichts gezeigt, als daß Ihr wenig wiſſet, wie man mit einem Edelmann, der dem