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Antwort zögerte:„Nun? Wird's bald? Warum be⸗ finnet Ihr Euch ſo lange?“ rief er ihm zu. „Verſchonet mich mit dieſem Auftrag,“ ſagte Georg nicht ohne Zagen;„ich kann, ich darf nicht.“ Die alten Männer ſahen ſich erſtaunt an, als trauten ſie ihren Ohren nicht.„Ihr dürft nicht, Ihr könnt nicht?“ wiederholte der Truchſes langſam, und eine dunkle Röthe, der Vorbote ſeines aufſteigenden Zornes, lagerte ſich auf ſeine Stirne und um ſeine Augen. Georg ſah, daß er ſich in ſeinen Ausdrücken über⸗ eilt habe; er ſammelte ſich und ſprach mit freierem Muthe:„Ich habe Euch meine Dienſte angeboten, um ehrlich zu fechten, nicht aber um mich in des Feindes Land zu ſchleichen und hinterrücks nach ſeinen Gedanken zu ſpähen. Es iſt wahr, ich bin jung und unerfahren, aber ſo viel weiß ich doch, um mir von meinen Schritten Rechenſchaft geben zu können, und wer von Euch, der Vater eines Sohnes iſt, möchte ihm zu ſeiner erſten Waffenthat rathen, den Kundſchafter zu machen?“ Der Truchſes zog die dunkeln, buſchigen Augen⸗ braunen zuſammen und ſchoß einen durchdringenden Blick auf den Jüngling, der ſo kühn war, anderer Meinung zu ſein als er.„Was fällt Euch ein, Jun⸗ ker!“ rief er.„Eure Reden helfen Euch jetzt nichts, es handelt ſich nicht darum, ob es ſich mit Eurem kin⸗ diſchen Gewiſſen verträgt, was wir Euch auftragen; es handelt ſich um Gehorſam, wir wollen es, und Ihr müßt!“ „Und ich will nicht!“ entgegnete ihm Georg mit
hin und her, als der junge Maun ſo lange mit ſeiner


