Teil eines Werkes 
15. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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Georg erröthete bei dieſer Frage; er dachte an die Geliebte, die ja nur wenige Stunden von jener Stadt entfernt auf ihrem Lichtenſtein war; doch er faßte ſich bald und ſagte:Ich kam zwar nicht viel auf die Jagd, auch habe ich ſonſt die Gegend wenig durchſtreift, doch iſt ſie mir im Allgemeinen bekannt.

Wir haben beſchloſſen, fuhr Truchſes fort,einen ſicheren Mann in jene Gegend zu ſchicken, auszukund⸗ ſchaften, was der Herzog von Würtemberg bei unſerem Anzug thun wird. Es ſoll auch über die Befeſtigung des Schloſſes Tübingen, über die Stimmung des Land⸗ volkes in jener Gegend genaue Nachricht eingezogen werden; ein ſolcher Mann kann dem Würtemberger durch Klugheit und Liſt mehr Abbruch thun, als hun⸗ dert Reiter, und wir haben Euch dazu auserſehen.

Mich? rief Georg voll Schrecken. 3

Euch, Georg von Sturmfeder; zwar gehört übung und Erfahrung zu einem ſolchen Geſchäft, aber was Euch daran abgeht, möge Euer Kopf erſetzen.

Man ſah dem Jüngling an, daß er einen heftigen Kampf mit ſich kämpfte. Sein Geſicht war bleich, ſein Auge ſtarr, ſeine Lippen feſt zuſammen geklemmt. Die Warnung Mariens war ihm jetzt auf einmal klar; aber wie feſt er auch bei ſich beſchloß, den Antrag auszu⸗ ſchlagen, wie erwünſcht beinahe dieſe Gelegenheit er⸗ ſchien, um dem Bunde zu entſagen, ſo kam ihm die Entſcheidung doch zu überraſchend, er ſcheute ſich, vor den berühmten Männern ſeinen Entſchluß auszu⸗ ſprechen.

Der Truchſes rückte ungeduldig auf ſeinem Stuhl