bauern, bis er vorgelaſſen werde; zugleich ergriff er die
Hand des jungen Mannes und führte ihn in einen ſchmalen Gang hindurch, nach einem kleinen Genach
wo er ſich einſtweilen gedulden ſollte.
Wer je in beſorgter Erwartung einſam und allein— auf der Marterbank eines Vorzimmers ſaß, der kennt die Qual, die Georg in jener Stunde auszuſtehen hatte. Das ungeduldige Herz pocht der Entſcheidung ent⸗ gegen, alle Nerven ſind geſpannt, das Auge möchte die
Tuhüre durchbohren, das Ohr ſchärft ſich, wenn in der
Ferne eine Thuͤre knarrt, Schritte über den Hausgang rauſchen oder undeutliche Stimmen im anſtoßenden Zimmer lauter werden. Aber die Thüren haben um⸗ ſonſt getönt, die Schritte, immer näher und näher kommend, gehen vorüber, der ungleiche Ton der Stimmen ſinkt zum Geflüſter herab. Die Bretter des Fußbodens und die Fenſter des Nachbarhauſes ſind bald gezählt, und ſchon wieder zeigt der helle Ton der Glocke eine umſonſt verlebte halbe Stunde an. Das Ohr begleitet alle Glocken und Uhren der Stadt, be⸗ merkt ihre hohen und tiefen Töne— auch ſie haben ausgeſchlagen. Man ſteht auf, man macht einen Gang durch das enge Gemach, horch! da geht wieder eine Thüre, gewichtige Schritte kommen den Gang herauf, die Klinke der Thüre bewegt ſich nach ſo langer Zeit wieder.
„Georg von Frondsberg läßt Euch ſeinen Gruß vermelden,“ ſprach der alte Kriegsmann, der nach ſo langer Zeit wieder zu Georg kam,„es könne vielleicht
noch eine Weile dauern; doch ſei dies ungewiß, darum 3


