Teil eines Werkes 
15. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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meldete, daß der Junker auf zwei Uhr in den Kriegs⸗ rath beſchieden ſei, der in Frondsbergs Quartier ge⸗ halten werde; Georg war nicht wenig erſtaunt über dieſe Nachricht; was konnte man von ihm im Kriegs⸗ rath wollen? Sollte Frondsberg ſchon ein Mittel ge⸗ funden haben, ihn zu empfehlen?

Nehmt Euch in Acht, Junker, ſprach der Bote, als der alte Johann das Gemach verlaſſen hatte,und bedenkt das Verſprechen, das Ihr dem Fräulein gege⸗ ben; vor Allem erinnert Euch, was ſie Euch ſagen ließ: Ihr ſollt Euch hüten, weil man etwas mit Euch vorhabe. Mir aber erlaubt, als Euer Diener in dieſem Haus zu bleiben; ich kann Euer Lferd beſorgen und bin zu jedem Dienſt erbötig.

Georg nahm das Anerbieten des trenen Mannes mit Dank an, und Hans trat auch ſogleich in ſeinen Dienſt, denn er band ſeinem jungen Herrn das Schwert um und ſetzte ihm das Baret zurecht. Er bat ihn noch unter der Thüre, ſeines Schwures und jener Warnung eingedenk zu ſein.

Dem unbegreiflichen Ruf in den Kriegsrath und der ſonderbar zutreffenden Warnung Mariens nach⸗ ſinnend, ging Georg dem bezeichneten Hauſe zu; man wies ihn dort eine breite Wendeltreppe hinan, wo er in dem erſten Zimmer rechts die Kriegsoberſten ver⸗ ſammelt finden ſollte. Aber der Eingang in dieſes Heiligthum ward ihm nicht ſo bald verſtattet; ein alter bärtiger Kriegsmann fragte, als er die Thüre öffnen wollte, nach ſeinem Begehr, und gab ihm den ſchlech⸗ ten Troſt, es könne höͤchſtens noch eine halbe Stunde