Thränen aus dem Auge und bot dem Alten ſeine Hand.
„„Ich zweifle nicht an Eurem Muth,““ ſprach er
mit lauter Stimme;„„aber wir ſind unſerer zu wenig, ſo daß wir nur ſterben können, aber nicht ſiegen. Geht nach Haus, Ihr guten Leute, und bleibet mir treu. Ich muß mein Land verlaſſen und im bittern Elend ſein. Aber mit Gottes Hülfe hoffe ich auch wieder herein zu kommen.““ So ſprach der Herzog, unſere
Leute aber weinten und knirſchten mit den Zähnen
und zogen ab in Trauer und Unmuth.“*
„Und der Herzog?“ fragte Georg.
„Von Blaubeuren iſt er weggeritten, wohin weiß man nicht. In den Schlöſſern aber liegt die Ritter⸗ ſchaft, ſie zu vertheidigen, bis der Herzog vielleicht andere Hülfe bekommt.“—
Der alte Johann unterbrach hier den Boten und
„ Dieſe Ergebenbe't und Treue der Würtemberger beſchreibt am angeführten Ort Thetinger. Als einen ſehr wichtigen Grund gegen die Angriffe Huttens führt ſie auch Nicolaus Barbatus in ſeiner zu Marburg gehaltenen Rede auf. Vergl. Schradius II. 386. Wir machen auf dieſen Umſtand beſonders aufa erkſam, weil man gewöhnlich annimmt, es ſet den Würtembergern recht geweſen, daß man Ulerich verj gte; Thetingens Worte find: „Als dies die Würtemberger hörten, beklagten ſie ihr Schickſal
heftig, das ihnen nicht vergönne, zu fechten.“—„Magno fre-
mitu fortunam suam questi.“— Noch merkwürdiger ſind die Worte Nicolat Barbati; er ſucht die Beſchuldigungen Ulerichs von Hutten zu widerlegen:„Welcher Tyrann war den Seini⸗ gen werth? Ulerich lieben die Setnigen. Welcher Tyrann wird, wenn er verjagt iſt, von ſeinen Untergebenen zurückgewünſcht? Mit Bitten und Gebet wünſchen ſich ſeine Untergebenen den Herzog zurück und bitten die Götter, ſie möchten ihnen den Herrn zurückgeben“ u. ſ. w.


