Teil eines Werkes 
15. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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unter uns, der Herzog wolle eine Schlacht liefern, und Jeder drückte das Schwert feſter in der Hand, grimmig ſchüttelten ſie die Speere und riefen den Bündlern Verwünſchungen zu. Da kam der Herzog

Du ſahſt den Herzog, Du kennſt ihn? rief Georg neugierig.O ſprich, wie ſieht er aus?

Ob ich ihn kenne? ſagte der Bote mit ſonder⸗ barem Lächeln.Wahrhaftig, ich ſah ihn, als es ihm nicht wohl war, mich zu ſehen. Der Herr iſt noch ein junger Mann, wenn es viel iſt, iſt er zweiunddreißig Jahr. Er iſt ſtattlich und kräftig, und man ſieht ihm an, daß er die Waffen zu führen weiß. Augen hat er wie Feuer, und es lebt Keiner, der ihm lange hinein⸗ ſchaute. Der Herzog trat in den Kreis, den das bewaffnete Volk geſchloſſen hatte, und es war Todten⸗ ſtille unter den vielen Menſchen. Mit vernehmlicher Stimme ſprach er, daß er ſich, alſo verlaſſen, nimmer zu helfen wüßte. Diejenigen, worauf er gehofft, ſeien ihm benommen, ſeinen Feinden ſei er ein Spott; denn ohne die Schweizer könne er keine Schlacht wa⸗ gen. Da trat ein alter, eisgrauer Mann hervor, der ſprach:Herr Herzog! Habt Ihr unſern Arm ſchon verſucht, daß Ihr die Hoffnung aufgebt? Schaut, dieſe Alle wollen für Euch bluten; ich habe Euch auch meine vier Buben mitgebracht, hat jeder einen Spieß und ein Meſſer, und ſo ſind hier viele Tauſend; ſeid Ihr des Landes ſo müde, daß Ihr uns verſchmäht? Da brach dem Ulerich das Herz; er wiſchte ſich

Sattler§. 6. Ausführlich führt dieſe Rede an: Thetinger comment, do reb, würtemb. P. 66.