Teil eines Werkes 
15. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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heimziehenden Schweizer begegnet: ihre Räthe und Landammänner hatten ſie heimgerufen; bei Blaubeu⸗ ren ſtanden aber noch über achttauſend Mann, je⸗ doch lauter gute Würtemberger und nichts Anderes drunter. 3

Und der Herzog, unterbrach ihn Georg,wo war denn dieſer?

Der Herzog hatte in Kirchheim zum letztenmal mit den Schweizern unterhandelt, aber ſie zogen ab, weil er ſie nicht bezahlen konnte. Da kam er gen Blaubeuren, wo ſich ſein Landvolk gelagert hatte. Geſtern Morgen wurde durch Trommelſchlag bekannt gemacht, daß ſich bis neun Uhr alles Volk auf den Kloſterwieſen einſtellen ſolle. Es waren viele Männer, die dort verſammelt waren, aber jeder dachte ein und daſſelbe. Seht, Junker! der Herzog Ulerich iſt ein geſtrenger Herr und weiß den Bauer nicht für ſich zu gewinnen. Die Steuern ſind hart, der Jagdfrevel iſt ſcharf und grauſam, am Hof aber wird verpraßt, was man uns genommen hat. Aber wenn ein ſolcher Herr im Unglück iſt, da iſt es gleich ein anderes Ding. Jetzt fiel uns Allen nur ein, daß er ein tapferer Mann und unſer unglücklicher Herzog ſei, dem man das Land mit Gewalt entreißen wollte. Es ging ein Gemurmel

* Sie zogen den 17. März ab. Der Herzog reiste ſogleich nach Kirchheim, um ſie auſzuhalten, allein hier kam eine zweite Ordre, unter Bedrohung des Verluſtes ihrer Güter und der Leib⸗ und Lebensſtrafe nach Haus zu eilen. Sattler II.§. 6. Thetinger S. 66. lnterim eum Helvetiorum primoribus agunt foederuti, missis in urbes eerum legatis, ne Ducis Huldrichi nogotio belloque ae nuno immi suos absced

jubeant.