Teil eines Werkes 
15. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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aber doch konnte er ihm ſeine Bewunderung nicht ver⸗ ſagen über die Rolle, die er ſo gut geſpielt.

Glaubt deßhalb nicht minder an meine Ehrlich⸗ keit, antwortete der Bauer;man wird oft genö⸗ thigt, von Jugend auf durch ſolche Künſte ſich fort⸗ zuhelfen, ſie ſchaden Keinem und thun doch dem gut, der ſie kann.

Georg verſicherte, ihm nicht minder zu trauen als vorher, der Bote aber bat dringend, er möͤchte doch jetzt auch auf ſeine Abreiſe denken, er möͤchte bedenken, wie ſehr ſich das Fräulein nach dieſer Nachricht ſehne, daß er nicht früher heimkehren dürfe, als bis er dieſe Gewißheit bringen könne.

Georg antwortete ihm, daß er nur noch den Ab⸗ marſch des Bundesheeres abwarten wolle, um in ſeine Heimath zurückzukehren.

O, da braucht Ihr nicht mehr lange zu warten, 2 antwortete der Bote;wenn ſie morgen nicht aufbre⸗ chen, ſo iſt es übermorgen, denn das Land iſt offen bis ins Herz hinein. Ich darf Euch trauen, Junker, darum ſag' ich Euch dies.

Iſt es denn wahr, daß die Schweizer abgezogen ſind, fragte Georg,und daß der Herzog keine Feld⸗ ſchlacht mehr liefern kann?

Der Bote warf einen lauernden Blick im Zimmer umher, öffnete behutſam die Thüre, und als er ſah, daß kein Lauſcher in der Nähe ſei, begann er:

Herr! ich war bei einem Auftritt, den ich nie vergeſſe, und wenn ich neunzig Jahre alt werde! Schon unterwegs waren mir auf der Alb große Schaaren der