Teil eines Werkes 
11. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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der Menge der Diener und Freunde des Scheiks den Einzelnen nicht bemerkt. Ich will mit ihm reden, daß er Euch einläßt; Ihr ſeid ja nur zu Vier, und da kann es ſchon gehen; kommet um die neunte Stunde auf dieſen Platz, und ich will Euch Antwort geben.

So ſprach der Alte; die jungen Leute aber dankten ihm und entfernten ſich, voll Begierde, zu ſehen, wie ſich dies Alles begeben würde.

Sie kamen zur beſtimmten Stunde auf den Platz vor dem Hauſe des Scheik und trafen da den Alten, der ihnen ſagte, daß der Aufſeher der Sklaven erlaubt habe, ſie einzuführen. Er ging voran, doch nicht durch die reichgeſchmückten Treppen und Thore, ſondern durch ein Seitenpförtchen, das er ſorgfältig wieder verſchloß Dann führte er ſie durch mehre Gänge, bis ſie in den großen Saal kamen. Hier war ein großes Gedränge von allen Seiten; da waren reichgekleidete Männer, angeſehene Herren der Stadt und Freunde

des Scheik, die gekommen waren, ihn in ſeinem

Schmerz zu tröſten. Da waren ESklaven aller Art und aller Nationen. Aber alle ſahen kummervoll aus, denn ſie liebten ihren Herrn und trauerten mit ihm. Am Ende des Saales, auf einem reichen Divan, ſaßen die vornehmſten Freunde Ali's und wurden von den Sklaven bedient. Neben ihnen auf dem Boden ſaß der Scheik; denn die Trauer um ſeinen Sohn erlaubte ihm nicht, auf den Teppich der Freude zu ſitzen. Er hatte ſein Haupt in die Hand geſtützt und ſchien wenig auf die Tröſtungen zu hören, die ihm ſeine Freunde zuflüſterten. Ihm gegenüber ſaßen einige alte und