Teil eines Werkes 
11. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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aber wiſſet: Vor acht oder zehn Jahren, als der Scheik auch einmal mit Trauern und Klagen dieſen Tag be⸗ ging, auch Sklaven freigab und viele Arme ſpeiſete und tränkte, da traf es ſich, daß er auch einem Der⸗ wiſch, der müde und matt im Schatten jenes Hauſes lag, Speiſe und Trank reichen ließ. Der Derwiſch aber war ein heiliger Mann und erfahren in Prophe⸗ zeihungen und im Sterndeuten. Der trat, als er ge⸗ ſtärkt war durch die milde Hand des Scheiks, zu ihm und ſprach:Ich kenne die Urſache Deines Kummers; iſt nicht heute der zwölfte Ramadan, und haſt Du nicht an dieſem Tage Deinen Sohn verloren? Aber

ſei getroſt, dieſer Tag der Trauer wird Dir zum Feſt⸗ tag werden, denn wiſſe, an dieſem Tage wird einſt

Dein Sohn zurückkehren. So ſprach der Derwiſch. Es wäre Sünde für jeden Muſelman, an der Rede eines ſolchen Mannes zu zweifeln; der Gram Ali's wurde zwar darum nicht gemildert, aber doch harrt

er an dieſem Tage über auf die Rückkehr ſeines Sohnes

und ſchmückt ſein Haus und ſeine Halle und die Treppen, als könne jener zu jeder Stunde anlangen.

Wunderbar! erwiderte der Schreiber.Aber zuſehen möchte ich doch, wie Alles ſo herrlich bereitet iſt, wie er ſelbſt in dieſer Herrlichkeit trauert, und hauptſächlich möchte ich zuhören, wie er ſich von ſeinen Sklaven erzählen läßt.

Nichts leichter als dies, antwortete der Alte. Der Aufſeher der Sklaven jenes Hauſes iſt mein Freund ſeit langen Jahren, und gönnt mir an dieſem Tage immer ein Plätzchen in dem Saal, wo man unter