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„Siehe da, geht dort unten nicht unſer Alter von letzthin? Ei, der weiß ja Alles und muß auch darüber Aufſchluß geben können. Heda! Alter Herr! Wollet Ihr nicht ein wenig zu uns treten?“ So riefen ſie, der alte Mann aber bemerkte ihre Winke und kam zu ihnen; denn er erkannte ſie als die jungen Leute, mit welchen er vor einigen Tagen geſprochen. Sie mach⸗ ten ihn aufmerkſam auf die Zurüſtungen im Hauſe des Scheik, und fragten ihn, ob er nicht wiſſe, welch hoher Gaſt wohl erwartet werde?
„Ihr glaubt wohl,“ erwiderte er,„Ali Banu feire ein großes Freudenfeſt, oder der Beſuch eines großen Mannes beehre ſein Haus? Dem iſt nicht alſo; aber heute iſt der zwölfte Tag des Monats Ramadan, wie Ihr wiſſet, und an dieſem Tag wurde ſein Sohn ins Lager geführt.“
„Aber beim Bart des Propheten!“ rief einer der
jungen Leute.„Das ſieht ja Alles aus wie Hochzeit
und Feſtlichkeiten, und doch iſt es ſein berühmter Trauertag, wie reimt Ihr das zuſammen? Geſteht, der Scheik iſt denn doch eiwas zerrüttet im Verſtand.“ „Urtheilet Ihr noch immer ſo ſchnell, mein junger Freund?“ fragte der Alte lächelnd.„Auch diesmal war Euer Pfeil wohl ſpitzig und ſcharf, die Sehne Eures Bogens ſtraff angezogen, und doch habt Ihr weit ab vom Ziele geſchoſſen. Wiſſet, daß heute der Scheik ſeinen Sohn erwartet.“ „So iſt er gefunden?“ riefen die Jünglinge und freuten ſich. „Nein, und er wird ſich wohl lange nicht finden;
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