Teil eines Werkes 
11. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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ſchen Arzt, der dort unten am Brunnen wohnt, mit ihm nach Frankiſtan zu reiſen, um den verlorenen Sohn aufzuſuchen. Sie ſchifften ſich ein und waren lange Zeit auf dem Meere und kamen endlich in das Land jener Giaurs, jener Ungläubigen, die in Aleſ⸗ ſandtia geweſen waren. Aber dort ſoll es gerade ſchrecklich zugegangen ſein. Sie hatten ihren Sultan umgebracht und die Paſcha, und die Reichen und Ar⸗ men ſchlugen einander die Köpfe ab, und es war keine Ordnung im Lande. Vergeblich ſuchten ſie in jeder Stadt nach dem kleinen Kairam, Niemand wollte von ihm wiſſen, und der fränkiſche Doktor rieth endlich dem Scheik, ſich einzuſchiffen, weil ſie ſonſt wohl ſelbſt um ihre Köpfe kommen könnten.

So kamen ſie wieder zurück, und ſeit ſeiner An⸗ kunft hat der Scheik gelebt wie an dieſem Tage, denn er trauert um ſeinen Sohn, und er hat Recht. Muß er nicht, wenn er ißt und trinkt, denken: jetzt muß vielleicht mein armer Kairam hungern und dürſten? Und wenn er ſich bekleidet mit reichen Shawls und Feſtkleidern, wie es ſein Amt und ſeine Würde will, muß er nicht denken: jetzt hat er wohl nicht, womit er ſeine Blöße deckt? Und wenn er umgeben iſt von Sängern und Tänzern und Vorleſern, ſeinen Sklaven, denkt er da nicht: jetzt muß wohl mein armer Sohn ſeinem fränkiſchen Gebieter Sprünge vormachen und muſiciren, wie er es haben will? Und was ihm den größten Kummer macht, er glaubt, der kleine Kai⸗ ram werde, ſo weit vom Lande ſeiner Väter und mit⸗

ten unter Ungläubigen, die ſeiner ſpotten, abtrünnig