Teil eines Werkes 
11. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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hatten Aleſſandria überwältigt und zogen von da aus

weiter und immer weiter und bekriegten die Mame⸗ lucken. Der Scheik war ein kluger Mann und wußte ſich gut mit ihnen zu vertragen. Aber, ſei es, weil ſie lüſtern waren nach ſeinen Schätzen, ſei es, weil er ſich ſeiner gläubigen Brüder annahm, ich weiß es nicht genau; kurz, ſie kamen eines Tages in ſein Haus und beſchuldigten ihn, die Mamelucken heimlich mit Waffen, Pferden und Lebensmitteln unterſtützt zu haben. Er mochte ſeine Unſchuld beweiſen, wie er wollte, es half nichts, denn die Franken ſind ein rohes, hartherziges Volk, wenn es darauf ankommt, Geld zu erpreſſen. Sie nahmen alſo ſeinen jungen Sohn, Kairam gehei⸗ ßen, als Geiſel in ihr Lager. Er bot ihnen viel Geld für ihn, aber ſie gaben ihn nicht los und wollten ihn zu noch höherem Gebot ſteigern. Da kam ihnen auf ein⸗ mal von ihrem Baſſa, oder was er war, der Befehl, ſich einzuſchiffen. Niemand in Aleſſandria wußte ein Wort davon, und plötzlich waren ſie auf der hohen See, und den kleinen Kairam, Ali Banu's Sohn, ſchleppten ſie wohl mit ſich, denn man hat nie wieder etwas von ihm gehört.

O der arme Mann, wie hat ihn doch Allah ge⸗ ſchlagen! riefen einmüthig die jungen Leute und ſchauten mitleidig hin nach dem Scheik, der, umgeben von Herrlichkeit, trauernd und einſam unter den Pal⸗ men ſaß.

Sein Weib, das er ſehr geliebt hat, ſtarb ihm aus Kummer um ihren Sohn. Er ſelbſt aber kaufte ſich ein Schiff, rüſtete es aus und bewog den fränki⸗

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