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ſcheinbarem Ausſehen, der neben ihnen ſtand und ihre Reden gehört hatte.„ Aber erlaubet mir, daß ich es ſage, die Jugend iſt auch thöricht und ſchwatzt hie und da in den Tag hinein, ohne zu wiſſen, was ſie thut.“
„Was wollt Ihr damit ſagen, Alter?“ fragten verwundert die jungen Leute.„Meinet Ihr uns da⸗ mit? Was geht es Euch an, daß wir die Lebensart des Scheik tadeln?“
„Wenn Einer etwas beſſer weiß, als der Andere, ſo berichte er ſeinen Irrthum, ſo will es der Prophet,“ erwiderte der alte Mann.„Der Scheik, es iſt wahr, iſt geſegnet mit Schätzen und hat Alles, wornach das Herz verlangt, aber er hat Urſache, ernſt und traurig zu ſein. Meinet Ihr, er ſei immer ſo geweſen? Nein, ich habe ihn noch vor fünfzehn Jahren geſehen, da war er munter und rüſtig, wie die Gazelle, und lebte fröh⸗ lich und genoß ſein Leben. Damals hatte er einen Sohn, die Freude ſeiner Tage, ſchön und gebildet, und wer ihn ſah und ſprechen hörte, mußte den Scheik benei⸗ den um dieſen Schatz, denn er war erſt zehn Jahre alt, und doch war er ſchon ſo gelehrt, wie ein Anderer kaum im achtzehnten.“
„Und er iſt ihm geſtorben? Der arme Scheik!“
rief der junge Schreiber.
„Es wäre tröſtlich für ihn, zu wiſſen, daß er heim⸗ gegangen in die Wohnungen des Propheten, wo er beſ⸗ ſer lebte als hier in Aleſſandria. Aber das, was er erfahren mußte, iſt viel ſchlimmer. Es war damals die Zeit, wo die Franken wie hungrige Wöͤlfe herüber kamen in unſer Land und Krieg mit uns führten. Sie


