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10. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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daran, und flugs arbeitete dieſe weiter, ohne Unterlaß, bis das Gewand fertig war. Meiſter Labakan hatte bald die ganze Stadt zu Kunden, denn er arbeitete ſchön und außerordentlich billig, und nur über Eines ſchüttelten die Leute von Aleſſandria den Kopf, näm⸗ lich: daß er ganz ohne Geſellen und bei verſchloſſenen Thüren arbeite.

So war der Spruch des Kiſtchens, Glück und Reichthum verheißend, in Erfüllung gegangen; Glück und Reichthum begleiteten, wenn auch in be⸗ ſcheidenem Maße, die Schritte des guten Schneiders, und wenn er von dem Ruhm des jungen Sultans Omar, der in aller Munde lebte, hörte, wenn er hörte, daß dieſer Tapfere der Stolz und die Liebe ſei⸗ nes Volkes und der Schrecken ſeiner Feinde ſei, da dachte der ehemalige Prinz bei ſich:Es iſt doch beſſer, daß ich ein Schneider geblieben bin, denn um die Ehre und Ruhm iſt es eine gar gefährliche Sache. So lebte Labakan, zufrieden mit ſich, geachtet von ſeinen Mit⸗ bürgern, und wenn die Nadel indeß nicht ihre Kraft verloren, ſo näht ſie noch jetzt mit dem ewigen Zwirn der gütigen Fee Adolzaide.

Mit Sonnenuntergang brach die Karavane auf und gelangte bald nach Birket el Had, oder den Pil⸗ grimsbrunnen, von wo es nur noch drei Stunden Weges nach Kairo war. Man hatte um dieſe Zeit die Kara⸗ vane erwartet, und bald hatten die Kaufleute die