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durch Störche werde mir ein großes Glück kommen, iſt mir einſt prophezeiht worden!“ 1 Als ſich der Kalif von ſeinem Erſtaunen erholt hatte, bückte er ſich mit ſeinem langen Hals, brachte ſeine dünnen Füße in eine zierliche Stellung und ſprach:„Nachteule! Deinen Worten nach darf ich glauben, eine Leidensgefährtin in Dir zu ſehen. Aber ach! Deine Hoffnung, daß durch uns Deine Rettung kommen werde, iſt vergeblich. Du wirſt unſere Hülf⸗ loſigkeit ſelbſt erkennen, wenn Du unſere Geſchichte hörſt.“ Die Nachteule bat ihn, zu erzählen; der Kalif aber hub an und erzählte, was wir bereits wiſſen.
IV.
Als der Kalif der Eule ſeine Geſchichte vorgetra⸗ gen hatte, dankte ſie ihm und ſagte:„Vernimm auch meine Geſchichte und höre, wie ich nicht weniger un⸗ glücklich bin als Du. Mein Vater iſt der König von Indien, ich, ſeine einzige unglückliche Tochter, heiße Luſa. Jener Zauberer Kaſchnur, der Euch verzauberte, hat auch mich ins Unglück geſtürzt. Er kam eines Tages zu meinem Vater und begehrte mich zur Frau für ſeinen Sohn Mizra. Mein Vater aber, der ein hitziger Mann iſt, ließ ihn die Treppe hinunterwerfen. Der Elende wußte ſich unter einer andern Geſtalt wie⸗ der in meine Nähe zu ſchleichen, und als ich einſt in meinem Garten Erfriſchungen zu mir nehmen wollte, brachte er mir, als Sklave verkleidet, einen Trank bei, der mich in dieſe abſcheuliche Geſtalt verwandelte. Vor


