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einander an, und der Kalif Chaſid ſprach:„Ahnſt Du jetzt, warum ich verzaubert bin, Großvezier? Dieſer
Mizra iſt der Sohn meines Todfeindes, des mächtigen
Zauberers Kaſchnur, der mir in einer böſen Stunde Rache ſchwur. Aber noch gebe ich die Hoffnung nicht auf. Komm mit mir, Du treuer Gefährte meines Elends, wir wollen zum Grab des Propheten wan⸗ dern, vielleicht daß an heiliger Stätte der Zauber ge⸗ löst wird.“
Sie erhoben ſich vom Dach des Palaſtes und flogen der Gegend von Medina zu. 3
Mit dem Fliegen wollte es aber nicht gar gut gehen, denn die beiden Störche hatten noch wenig übung.„O Herr,“ ächzte nach ein paar Stunden der Großvezier,„ich halte es mit Eurer Erlaubniß nicht mehr lange aus, Ihr fliegt gar zu ſchnell! Auch iſt es ſchon Abend und wir thäten wohl, ein Unterkommen für die Nacht zu ſuchen.“
Chaſid gab der Bitte ſeines Dieners Gehör; und da er unten im Thale eine RNuine erblickte, die ein Obdach zu gewähren ſchien, ſo flogen ſie dahin. Der Ort, wo ſie ſich für dieſe Nacht niedergelaſſen hatten, ſchien ehemals ein Schloß geweſen zu ſein. Schöne Säulen ragten unter den Trümmern hervor, mehre Gemächer, die noch ziemlich erhalten waren, zeugten von der ehemaligen Pracht des Hauſes. Chaſid und ſein Begleiter gingen durch die Gänge umher, um ſich ein trockenes Plätzchen zu ſuchen; plötzlich blieb der Storch Manſor ſtehen.„Herr und Gebieter,“ flüſterte er leiſe,„wenn es nur nicht thöricht für einen Groß⸗


