39 mehr gern geſehen: ſelbſt die Kinder, die mich doch immer ſo lieb hatten, lachen über mich und wenden mir altklug den Rücken zu.“
Die Königin ſtützte die Stirne in die Hand und ſchwieg ſinnend.
„Und woher ſoll es denn,“ fragte die Königin, „kommen, Mährchen, daß ſich die Leute da unten ſo geändert haben?“
„Sieh, die Menſchen haben kluge Wächter auf⸗ geſtellt, die Alles, was aus Deinem Reich kommt, o Königin Phantaſie! mit ſcharfem Blicke muſtern und prüfen. Wenn nun Einer kommt, der nicht nach ihrem Sinne iſt, ſo erheben ſie ein großes Geſchrei, ſchlagen ihn todt, oder verleumden ihn doch ſo ſehr bei den Menſchen, die ihnen aufs Wort glauben, daß man gar keine Liebe, kein Fünkchen Zutrauen mehr findet. Ach! Wie gut haben es meine Brüder, die Träume, fröhlich und leicht hüpfen ſie auf die Erde hinab, fra⸗ gen nichts nach jenen klugen Männern, beſuchen die ſchlummernden Menſchen, und weben und malen ihnen, was das Herz beglückt und das Auge erfreut!“
„Deine Brüder ſind Leichtfüße,“ ſagte die Königin, „und Du, mein Liebling, haſt keine Urſache, ſie zu be⸗ neiden. Jene Grenzwächter kenne ich übrigens wohl; die Menſchen haben ſo unrecht nicht, ſie aufzuſtellen; es kam ſo mancher windige Geſelle und that, als ob er geraden Wegs aus meinem Reiche käme, und doch hatte er höchſtens von einem Berge zu uns herüber ge⸗ ſchaut.“
„Aber warum laſſen ſie dies mich, Deine eigene


