189
Balthaſar) über ihre Thüren und glauben, die drei Könige aus Morgenland werden ſich bemühen, ihre ſchlechte Hütte gegen die Hexen zu ſchützen.
Ich drängte mich ſo weit als möglich vor, um die Ceremonien dieſer Taufe recht zu ſehen. Der tapfere Kapitän hatte jetzt ſein graues Gewand mit einem glän⸗ zend weißen vertauſcht und kniete unweit des Hoch⸗ altars. Cardinäle, Erzbiſchöfe, Biſchöfe ſtanden um⸗ her, der ungewiſſe Schein des Tages, vermiſcht mit dem Flackern der Lichter, der Kerzen, welche die Chor⸗ knaben hielten, umgaben ſie mit einem ehrwürdigen Heiligenſchein, der jedoch bei Manchem wie Schein⸗ heiligkeit ausſah. Auf der andern Seite kniete unter vielen ſchönen Frauen Donna Ines mit ihren Kindern. Sie war lockender und reizender als je, und wer Luiſen und ihr ſanftes blaues Auge nicht geſehen hatte, konnte dem Täufling verzeihen, daß er ſich durch dieſes ſchöne Weib und einen liſtigen Prieſter unter den Pantoffel St. Petri bringen ließ.
Neben mir ſtand eine ſchwarzverſchleierte Dame. Sie ſtützte ſich mit einer Hand an eine Säule, und ich glaube, ſie wäre ohne dieſe Hülfe auf den Marmor⸗ boden geſunken, denn ſie zitterte beinahe krampfhaft. Der Schleier war zu dicht, als daß ich ihre Züge er⸗ kennen konnte. Doch ſagte mir eine Ahnung, wer es ſein könnte. Jetzt erhoben die Prieſter den Geſang, er zog mit den blauen Wölkchen des arabiſchen Weih⸗ rauchs hinauf durch die Gewölbe und berauſchte die Sinne der Sterblichen, übertäubte ihre Seelen und riß ſie hin zu einer Andacht, die ſie zwar über das Irdi⸗


