Teil eines Werkes 
7. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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190 ſche, aber auch über die ewigen Geſetze ihrer Vernunft hinwegführt.

Die Prieſter ſangen. Jetzt fing er an, ſein Glau⸗ bensbekenntniß zu ſprechen.

Er hat mich nie geliebt, ſeufzte die Dame an

meiner Seite,er hat auch Dich nie geliebt, o Gott, verzeihe ihm dieſe Sünde!

Er ſprach weiter, er verfluchte den Glauben, in welchem er bisher gelebt.

Gib Frieden ſeiner Seele, flüſterte ſie;wir Alle irren, ſo lange wir ſterblich ſind; vielleicht hat er den wahren Troſt gefunden! Laß ihn Friede finden, o Herr!

Da fingen die Prieſter wieder an zu ſingen. Ihre tiefen Töne drangen ſchneidend in das Herz der Dame. Jetzt wurde das Sakrament an ihm vollzogen, der Car⸗

dinal Rocco, im vollen Ornat ſeiner Würde, ſegnete

ihn ein, und Donna Ines warf dem Getauften froh⸗ lockende Grüße zu.

Vater, laß ihm mein Bild nie erſcheinen, betete die Dame an meiner Seite, daß nie der Stachel der Reue ihn quäle! Laß ihn glücklich werden!

Und mit dem Pomp des heiligen Triumphes ſchloß die Taufe, und der Kapitän ſtand auf, zwar als ein ſo großer Sünder wie zuvor, doch als ein rechtgläubiger katholiſcher Chriſt. Das Volk drängte ſich herzu und drückte ſeine Hände, und Donna Ines fuͤhrte ihm mit holdem Lächeln ihre Kinder zu. Aber noch war die Scene nicht zu Ende. Cardinal Luighi führte den Getauften