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wenn man am Donnerstag frühe ein ſchönes Kind auf der Straße anhielt, um zu fragen, wohin es ſo ſchnell laufe, konnte man auf die Antwort rechnen:„Ei⸗ wiſſet Ihr nicht, daß zur Ehre Gottes ein General der
Keetze ſich taufen läßt und ein guter Chriſt wird, wie
ich und Ihr?“
Wer der berühmte Täufling war, werden die Leſer meiner Memoiren leicht errathen. Endlich, endlich war er abgefallen! Sie hatten ihn wohl nach der Scene in Signora's Garten ſo lange und heftig mit Vorwürfen, Bitten, Drohungen, Verſprechungen und Thränen be⸗ ſtürmt, daß er einwilligte, beſonders da er durch den Ubertritt nicht nur Abſolution für ſeine Seele, was ihm übrigens wenig helfen wird, ſondern auch Schutz für die Juſtiz bekam, die ihm ſchon nachzuſpüren an⸗ fing, da der Berliner einige Tage zwiſchen Leben und Tod ſchwebte, und ſein Geſandter auf ſtrenge Ahndung des Mordes angetragen hatte.
Ich ſtellte mich auf dem Platze ſo, daß der Zug mit dem Täufling an mir vorüber kommen mußte. Und ſie nahten! Ein langer Zug von Mönchen, Prieſtern, Nonnen, andächtigen Männern und Frauen kam heran. Ihre halblaut geſprochenen Gebete rollten wie Orgel⸗ ton durch die Lüfte. Sie zogen im Kreis um den un⸗
geheuren Platz, und jetzt wurden die Römer um mich
her aufmerkſamer.„Ecco, ecco lo!“ flüſterte es von allen Seiten; ich ſah hin— in einem grauen Gewand, das Haupt mit Aſche beſtreut, ein Crueifix in den ge⸗ falteten Händen, nahte mit unſicheren Schritten der Kapitän. Zwei Biſchöfe in ihren violetten Talaren


