Teil eines Werkes 
6. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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und ſchritt nach der Thüre. Die tiefe Stille, welche im Saal geherrſcht hatte, löste ſich in ein dumpfes Gemur⸗ mel des Beifalls auf.

„Welch ein gelehrter Mann, welch tiefer Denker, welche Fülle der tiefſten Gelehrſamkeit!“ murmelten die Schüler des großen Exegeten. Emſig verglichen ſie untereinander ihre Hefte, ob ihnen auch kein Wörtchen von ſeinen ſchlagenden Beweiſen von ſeinen kühnen Behauptungen entgangen ſei. Und wie glücklich waren ſie, wenn auch kein Jota fehlte, wenn ſie hoffen durften, ein dickes, reinliches, vollſtändiges Heft zu kommen.

Sobald ſie aber die theuren Blätter in den Mappen hatten, waren ſie die Alten wieder. Man ſtopfte ſich die ellenlangen Pfeifen, man ſetzte die Miütze kühn auf das Ohr, zog ſingend oder den großen Hunden pfeifend ab, und wer hätte den Jünglingen, die im Sturmſchritt dem nächſten Bierhaus zuzogen, angeſehen, daß ſie die Stamm⸗ halter der Orthoxie ſeien und recta viva von der jüng⸗ ſten Conjectur des großen Dogmatikers herkommen?

So ſchloß ſich mein erſter theologiſcher Unterricht, ich war, wenn nicht an Weisheit und Einſicht, doch um einen Begriff meiner ſelbſt, an den ich nie gedacht hätte, reicher geworden.

Ich ſchwor mir ſelbſt mit den heiligſten Schwüren,

keinen Theologen dieſer finſtern Schule mehr zu hoͤren.

Denn, wenn der Oberſte unter ihnen ſolche graſſe Be⸗ griffe zu Markt brachte, was durfte ich von den übrigen hoffen? Aber der orthodoren Saephael⸗ oder Dr— ck⸗ Seele hatte ich Rache geſchworen, und ich war Manns genug dazu, ſie auszuführen...

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