Teil eines Werkes 
6. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Man tadle mich nicht deßwegen; es war ja meine Abſicht nicht, ein Gemälde dieſer Zeit zu entwerfen, man trifft deren genug in allen ſoliden Buchhandlun⸗ gen Deutſchlands.

Der Memoirenſchreiber hat ſeinen Zweck erreicht, wenn er ſich und ſeine Stellung zu der Zeit, welcher er angehört, darſtellt und darüber reflektirt; wenn er Begebenheiten entwickelt, die entweder auf ihn oder die Mitwelt nähere oder entferntere Beziehung haben, wenn er berühmte Zeitgenoſſen und ſeine Verhältniſſe zu ihnen dem Ange vorführt. Und dieſe Forderungen glaube ich in meinen Memoiren erfüllt zu haben, ſie ſind es wenigſtens, die mich bei meiner Arbeit leiteten, die meine Kühnheit vor mir rechtfertigten, vor einem gelehrten Publikum als Schriftſteller aufzutreten.*

Über Perſönlichkeit, über berühmte Abſtammung, oder glänzende Verhältniſſe hat der Teufel nichts zu ſagen. Was etwa darüber zu ſagen ſein könnte, habe ich in dem Abſchnitt„Beſuch bei Goethe“ ausgeſpro⸗ chen und verweiſe daher den Leſer dahin.

Fleißige Leſer, d. i. ſolche, die Bogen für Bogen

in einer Viertelſtunde durchfliegen, mögen daher doch dieſen Abſchnitt nicht überſchlagen, da er ſehr zu beſ⸗ ſerem Verſtändniß der übrigen eingerichtet iſt; ſittſa⸗ men und ordentlichen Leſern habe ich hierüber nichts zu ſagen, als, ſie ſollen das Buch weglegen, wenn ſie ſich langweilen.

* Was der Satan hier ernſthaft und gelehrt ſpricht, er

geberdet ſich beinahe wie ein junger Canditat der Theologie, der ſeine erſte Predigt drucken läßt. Anm. d. Herausg.