47 Memoiren zu erſehen, und kann das Diplom ſchwarz auf weiß aufweiſen.
Der Erzengel Gabriel, als ich ihn mit dem Plan, meine Memoiren auszuarbeiten, bekannt machte, warnte mich mit bedenklicher Miene vor den ſogenannten Re⸗ cenſenten. Er gab mir zu verſtehen, daß ich übel weg⸗ kommen könnte, indem ſolche Niemand ſchonen, ja ſo⸗ gar neuerdings ſelbſt Doktoren der Theologie in Berlin, Halle und Leipzig hart mitgenommen haben. Ich er⸗ widerte ihm nicht ohne Gelehrſamkeit, daß das Sprüch⸗ wort, clericus clericum non decimat, füglich auch auf mein Verhältniß zu den Recenſenten angewandt werden könne; werde ich ja doch ſchon im alten Te⸗ ſtament Satan, Adverſarius, das iſt Widerſacher, genannt, was auch ganz auf Jene paſſe; den ſchla⸗ gendſten Beweis nehme ich aber aus dem neuen Teſta⸗ ment; dort werde ich Diabolos oder Verleumder ge⸗ nannt; da nun Diaballein ſo viel ſei als acerbe re- censere, ſo müſſe er, wenn er nur ein wenig Logik habe, den Schluß von ſelbſt ziehen können.
Der Erzengel bekam, wie natürlich, nicht wenig Re⸗ ſpekt vor meiner Gelehrſamkeit in Sprachen und meinte ſelbſt, daß es mir auf dieſe Art nicht fehlen könne.
Man wird bei Durchleſung dieſer Mittheilungen aus meinen Memoiren vielleicht nicht jenes ſyſtematiſche, ruhige Fortſchreiten der Rede finden, das den Werken tiefdenkender Geiſter ſo eigen zu ſein pflegt. Man wird kürzere und längere Bruchſtücke aus meinem Walten und Treiben auf der Erde finden und den in⸗ nern Zuſammenhang vermiſſen.
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