Teil eines Werkes 
6. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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Ich zeigte mich, wie natürlich, ſehr bereitwillig dazu. Dechiffiren verſtand ich früher und hoffte es mit wenig übung vollkommen zu lernen. Er ſchloß ein ſchoͤnes Käſtchen von rothem Saffian auf und überreichte mir ein vielfach zuſammengebundenes Manuſcript. Die Zeichen krochen mir vor dem Auge umher, wie Ameiſen in ihren aufgeſtörten Hügelchen, aber er gab mir den Schlüſſel ſeiner Geheimſchrift, und die Arbeit ſchien mir noch einmal ſo leicht.

Wir umarmten uns und ſagten uns Lebewohl. Unter warmem Dank für ſeine Güte, die er noch zuletzt für mich gehabt, für die ſchönen Tage, die er uns be⸗ reitet habe, begleitete ihn an den Wagen. Die Wagen⸗ thüre ſchloß ſich, der Poſtillon hieb auf ſeine vier Roſſe, ſie zogen an, und die intereſſante Erſcheinung flog von hinnen; aber aus dem Innern des Wagens glaubte ich jenes heiſere Lachen zu vernehmen, das ich von geſtern her unter den Bruchſtücken meiner Erinnerung bewahrte.

Als ich die Treppe hinanſtieg, händigte mir der Oberkellner einen Brief ein. Der Profeſſor habe ihm ſolchen zu meinen eigenen Händen zu übergeben befoh⸗ len, ich riß ihn auf—

„Verehrter, Werthgeſchätzter!

„Ich bin im Begriff, mein Roß zu beſteigen und aus dieſer Höhle des brüllenden Löwen zu entfliehen. Ich ſage Ihnen ſchriftlich Lebewohl, weil Sie aus der todtähnlichen Betäubung, die Sie härter als uns alle befallen hat, nicht zu wecken ſind. Daß unſer fröhliches Zuſammenleben ſo ſchauerlich enden mußte! Nicht wahr,