Teil eines Werkes 
6. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Ich ſuchte ihn zu beſänftigen. Ich ſtellte ihm vor, daß er ja nicht ärger losziehen koͤnnte, wenn der Fremde der Teufel ſelbſt wäre; aber er ließ mich nicht zum Worte kommen. 3

Er iſt es, der Satan ſelbſt logirt hier in den drei Reichskronen, rief er,um unſre Seelen zu angeln. Ja, du biſt ein guter Fiſcher und haſt eine feine Naſe; aber ein**nner Profeſſor, wie ich, der ſogar in dema⸗ gogiſchen Unterſuchungen die Lunte gleich gerochen und eigens deßwegen hieher nach Mainz gereist iſt, ein ſol⸗ cher hat noch eine feinere als du.

Ein heiſeres Lachen, das gerade hinter meinem Rücken zu entſtehen ſchien, zog meine Aufmerkſamkeit auf ſich. Ich wandte mich um und glaubte Natas höh⸗ niſch durch die Scheiben hereingrinſen zu ſehen. Ich ergriff den Profeſſor am Arm, um ihm die ſonderbare Erſcheinung zu zeigen, denn das Zimmer lag einen Stock hoch; dieſer aber hatte weder das Lachen gehört, noch konnte er meine Erſcheinung ſehen; denn als er ſich umwandte, ſah nur die bleiche Scheibe des Mondes durch die Fenſter dort, wo ich vorhin das gräulich ver⸗

zerrte Geſicht des geheimnißvollen Fremdlings zu ſehen

geglaubt hatte.

Ehe ich noch recht mit mir einig war, ob das, was ich geſehen, Betrug der Sinne, Ausgeburt einer auf⸗ geregten Phantaſie oder Wirklichkeit war, ward die Thüre aufgeriſſen und Herr von Natas trat ſtolzen Schrittes in das Zimmer. Mit ſonderbarem Lächeln maß er die Geſellſchaft, als wiſſe er ganz gut, was von ihm geſprochen worden ſei, und ich glaubte zu bemerken,