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„Herr Profeſſor!“ rief ich, erſchrocken über ſeine Ekſtaſe, und ſchüttelte ihn am Arm ins Leben zurück. „Sie, gerathen außer ſich, Wertheſter. Belieben Sie nicht eine Priſe Spaniol?“
„Er hat ſie auch,“ fuhr er zähneknirſchend fort. „Haben Sie nicht bemerkt, mit welcher Haſt ſie vorhin nach ſeinen Verhältniſſen fragte? Wie ſie roth ward? Jung, ſchön, wohlhabend, Wittwe,— ſie hat alles, um eine angenehme Partie zu machen. Geiſtreiche Män⸗
ner von Ruf in der literariſchen Welt buhlen um ihre
Gunſt, ſie wirft ſich an einen— Landſtreicher hin. Ach, wenn Sie wüßten, beſter Doktor, was mir der Ober⸗ kellner ſagte, aber mit der groͤßften Diskretion, daß man ihn vorgeſtern Nachts aus ihrem Zimmer....“
„Ich bitte, verſchonen Sie mich,“ fiel ich ein,„ge⸗ ſtehen Sie mir lieber, ob der Wundermenſch Sie ſelbſt noch nicht unter den Pantoffel gebracht hat.“
„Das iſt es eben,“ antwortete der Gefragte verle⸗ gen lächelnd,„das iſt es, was mir Kummer macht. Sie wiſſen, ich leſe über Chemie; er brachte einmal das Geſpräch darauf und entwickelte ſo tiefe Kenntniſſe, deckte ſo neue und kühne Ideen auf, daß mir der Kopf ſchwindelte. Ich möchte ihm um den Hals fallen und um ſeine Hefte und Notizen bitten, es zieht mich mit unwiderſtehlicher Geiſterkraft in ſeine Nähe und doch könnte ich ihm mit Freuden Gift beibringen.“
Wie komiſch war die Wuth dieſes Mannes, er ballte die Fauſt und fuhr damit hin und her, ſeine grünen Brillengläſer funkelten wie Katzenaugen, ſein kurzes ſchwarzes Haar ſchien ſich in die Höhe zu richten.


