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heißt Bonton), ſo bittet und fleht er, ſie ſolle doch kein Roth auflegen, ſie habe ein ſo intereſſantes je ne sais quoi, das zu einem blaſſen Teint viel beſſer ſtehe. Was thut ſie? wahrhaftig, ſie geht in den nächſten Galanterieladen und ſucht weiße Schminke; ich war gerade dort, um ein Pfeifenrohr zu erſtehen, da höre ich ſie mit ihrer ſüßen Stimme den rauhhärigen Bären von einem Ladendiener fragen, ob man das Weiß nicht noch etwas ätheriſcher habe? Hol mich der T..... hat man je ſo etwas gehört?“
Ich bedauerte den Profeſſor aufrichtig, denn wenn ich nicht irrte, ſo ſuchte er von Anfang die Aufmerk⸗ ſamkeit der ſchönen Frau auf den ſchon etwas verſchoſ⸗ ſenen Einband ſeiner gelehrten Seele zu ziehen. Daß es aber mit Natas und der Trübenau nicht ganz richtig war, ſah ich ſelbſt. Von der Schminkgeſchichte, die Je⸗ nen ſo ſehr erboste, wußte ich zwar nichts; aber wer ſich auf die Exegeſe der Augen verſtand, hatte keinen weiteren Commentar nöthig, um die gegenſeitige An⸗ näherung daraus zu erläutern.
Der Profeſſor hatte, in tiefe Gedanken verſunken, eine Zeitlang geſchwiegen; er erhob jetzt ſein Auge durch die Brille an die Decke des Zimmers, wo aller⸗ lei Engelein in Gyps aufgetragen waren.„Himmel,“ ſeufzte er,„und die Tingen hat er auch. Sie glaubten nicht, welcher Reiz in dem ewig heitern Auge, in dieſen Grübchen auf den blühenden Wangen, in dem Schmelz ihrer Zähne, in dieſen friſchen, zum Kuß geöffneten Lippen, in dieſen weichen Armen, in dieſen runden, vollen Formen der ſchwellenden—“


