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„Nein!“ ſchrie Vincenz wüthend.„So ſoll er nicht durchſchlüpfen, während ich in der Schlinge ge⸗ fangen bin. Ich habe die Scheuern angezündet aber auf ſein Geheiß. Ich war nur das Werkzeug, er der eigentliche Thäter.“
„So biſt du nur um ſo ſtrafbarer,“ entgegnete der Direktor.„Siehe, Leonhard hat dich nicht verrathen, jetzt verräthſt du dich ſelbſt, indem du ihn verderben willſt. Oh, ich ahnte auch dies! Aber dein Gift trifft ihn nicht. Wir wiſſen bereits Alles. Nicht ſein, dein war die That nach Vorbedacht, Plan und Ausführung! Trage nun die Folgen. Führt ihn fort!“
Von Grimm und Wuth erfüllt, mußte Vincenz gehen. Die Gendarmen brachten ihn nach der Stadt in's Gefängniß,— nach der Unterſuchung und dem Urtheilsſpruch des Richters in das Zuchthaus, wo er Jahre lang Zeit hatte, ſeine Sünde zu bereuen. Ihn hatte ſie in's Verderben gefuhrt.
Und Leonhard?
Auch er entging der Strafe nicht, obgleich der Direk⸗ tor ihn gern davor geſchützt hätte. Aber dem Geſetze mußte Genüge geleiſtet werden. Vincenz ſchonte Leon⸗ hard nicht, und ſeine Enthüͤllungen hatten die Verhaf⸗ tung auch Leonhards zur Folge. Aber ſeine Strafe war nur gering, und ſchon nach wenigen Monaten wurde er wieder in Freiheit geſetzt.
Gleichwohl, in der Heimath war ſein guter Name und Ruf unwiederbringlich dahin, und keiner von ſeinen früheren Bekannten wollte mit dem ‚Brand⸗Müller⸗ ferner Umgang pflegen. Der Direktor der Aſſekuranz bot ihm eine Stelle in ſeinem Bureau an, von deren Einkommen er allenfalls leben konnte, aber Leonhard


