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Der Brand-Müller : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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ſchlug ſie aus. Sein Plan war ein anderer. Eine treue, mütterliche Freundin hatte er noch, die alte Mar⸗Lene. 3

Komm, ſagte ſie zu ihm, als er, aus dem Ge⸗ fängniſſe entlaſſen, zu ihr zurückkehrte,komm und laß uns dieſe Gegend meiden und in ein anderes Land ziehen, wo Niemand uns kennt. Der Sünde biſt du ledig vor Gott, aber die Menſchen werden ſie dir im⸗ mer nachtragen. Darum fort von hier. Sieh dieſe tauſend Thaler; ſie ſind mein kleines Erbtheil von meinen Eltern her und Erſparniſſe aus guter, alter Zeit. Es ruhet kein Unrecht, auch nur auf einem Heller davon. Das nimm, und in fremdem Lande laß uns damit ein neues Leben beginnen, ein Leben der Arbeit und redlicher Anſtrengung. Iſt auch der An⸗ fang klein, Gott wird weiter helfen, wenn du nur redlich deine Pflicht erfüllſt, wir Beide trennen uns nicht mehr, ich gehe mit dir, wohin du willſt.

Gerührt und voll herzlicher Dankbarkeit ging Leon⸗ hard auf die Vorſchläge der alten Frau ein. In aller Stille verſchwanden Beide aus der Heimath und wen⸗ deten ſich tief nach Ungarn, wo Niemand ſie kannte. Hier kaufte Leonhard unter fremdem Namen eine kleine Muͤhle, und begann ſein altes Gewerbe wieder. Fleiß und Ehrlichkeit halfen ihm vorwärts. Er gewann durch ſein ſanftes, beſcheidenes Weſen die Zuneigung der Nachbarn, und das Mehl, das ſeine Mühle lieferte, galt für das Beſte weit und breit. So erwarb er ſich allmählig wieder Wohlſtand und allgemeine Achtung, und manches Jahr noch freute ſich die brave, alte Mar⸗Lene ſeiner Thätigkeit und ſeines Beharrens auf