„So verhaftet ihn, im Namen des Geſetzes!“ be⸗
fahl der Direktor den Gendarmen.„Hier iſt die Voll⸗
macht dazu!“
Ehe ſich Vincenz beſinnen konnte, war er ergriffen und wurde von den Gendarmen ſicher verwahrt.
„Was bedeutet das?“ ſchrie er wüthend.„Was hat der Schuft, der Leonhard, von mir geſagt? Er iſt ein Betrüger! Er hat die Aſſekuranz beſtohlen! Ich kann Alles beweiſen! Ihn verhaftet, aber mich laßt in Freiheit,— ich habe nichts verbrochen!“
»Das wird ſich finden,“ entgegnete der Direktor ſehr ruhig.„Bringt ihn in ſichern Gewahrſam. Wir wollen einſtweilen ſeine Papiere und Rechnungen ein wenig durchſehen.“
Vincenz wurde blaß bei dieſen Worten und machte einen Verſuch, ſich zu befreien. Aber derſelbe mißlang, denn die Gendarmen waren auf ihrer Hut.
„Nun denn,“ ſagte er mit einer Verwünſchung,— „ſo iſt das Spiel aus, und ich habe verloren! Aber, mein lieber Leonhard, wir werden gute Kameraden im Zuchthauſe ſein! Unter meinen Papieren liegen die Beweiſe, daß du die Aſſekuranz betrogen haſt. Alſo auf Wiederſehen im Zuchthauſe!«
„Du könnteſt dich täuſchen, Burſche,“ ſagte der Direktor kühl, während Leonhard über die Bosheit und Schlechtigkeit dieſes Menſchen erzitterte, den er bisher für ſeinen Freund gehalten und auch bei dem, dem Direktor geſtern gemachten Geſtändniſſe möglichſt ge⸗
ſchont hatte, und der ihn jetzt bei der erſten Verſuchung
verrieth. „Fort mit ihm Bringt ihn fort!« wendete ſich der


