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ſich einſchloß. In der Nacht aber, als Alles ſchlief, ſtieg er zur alten Mar⸗Lene hinauf, und ihr erzählte er, wie es ihm in der Stadt ergangen. Die alte Frau theilte ſeine Freude und ſegnete ihn.
„Schlafe nun,“ ſagte ſie.„Du bedarfſt der Ruhe nach ſo vielen kummervollen Nächten, und morgen mußt du ſtark ſein, denn es ahnt mir, als ob noch Wichtiges geſchehen werde.“
Leonhard folgte ihrem Rathe, und ſeit langer, lan⸗ ger Zeit hatte er nicht ſo ſüßen, erquickenden Schlum⸗ mer genoſſen, als in dieſer Nacht, obgleich er doch eigentlich keine andere Ausſicht in die Zukunft hatte, als ein armes dunkles Leben voller Arbeit und Ent⸗ behrungen. Aber davor graute ihm nicht mehr. War es doch ein Leben, frei von Schuld, Sünde und Ge⸗ wiſſensbiſſen.
Früh am andern Morgen, die Sonne war kaum über den Horizont empor geſtiegen, fuhr ein Wagen bei der Mühle vor, aus welchem der Direktor der Feuer⸗Aſſekuranz und noch einige andere Herren ſtiegen. Zwei berittene Gendarmen folgten dem Wagen, ſpran⸗ gen auf dem Hofe aus den Sätteln, und blieben ernſt und ſtill neben ihren Pferden ſtehen, wie es ſchien auf beſondere Befehle wartend. Leonhard eilte aus dem Hauſe den Herren entgegen, und auch Vincenz ließ ſich blicken, indem er vor die Mühle trat, und mit Ver⸗ wunderung, vielleicht auch mit heimlicher Angſt, den unerwarteten Beſuch anſtaunte.
»Guten Morgen, mein Lieber,“« redete der Direktor Leonhard an.„Iſt dieſes da der Vincenz, von dem Sie mir geſtern Manches mittheilten?«
„Ja, Herr! Er iſt es.«


