es in ſeiner Macht ſtand, ſein Vergehen zu ſühnen. Jede Strafe aber, die ihn ferner noch treffen würde, wolle er in Demuth hinnehmen und geduldig ertragen.
Nicht ohne Rührung hatte der Direktor ihm zuge⸗ hört, und ihn ohne Unterbrechung ausreden laſſen. Jetzt ſtand er auf und ſagte gütig:„Dies iſt alſo ihr feſter und unabänderlicher Entſchluß, junger Mann?“
„Mein feſter, unabänderlicher Entſchluß!«
„Bedenken Sie wohl,“ fuhr der Direktor fort,„Nie⸗ mand als ich hat Ihre Enthüllungen gehört, Sie kön⸗ nen jedes Wort, was Sie hier geſprochen haben, zu⸗ rücknehmen, und es würde mir nichts nützen, wollte ich Sie anſchuldigen und vor Gericht ziehen! Darum beſinnen Sie ſich. Wollen Sie wirklich Alles aufgeben und zurückerſtatten?«
„Alles,“ erwiederte Leonhard feſt.„Ich muß das Bewußtſein der Sünde aus meiner Seele werfen, und meinem Gewiſſen Ruhe verſchaffen. Erſt wenn dies geſchehen iſt, werde ich wieder zu Gott beten können, wie ich es in meiner Kindheit gethan.“
„Aber haben Sie auch daran gedacht, welcher Zu⸗
kunft Sie entgegen gehen,“ ſprach der Direktor wieder.
„Welche Ausſichten haben Sie?“
„Keine,“ erwiederte Leonhard gefaßt,„keine, als die, durch meiner Hände Arbeit das Nothdürftigſte zu erwerben. Aber ich will lieber Steine an der Heer⸗ ſtraße klopfen, als von der Laſt meiner Sünde zu Bo⸗ den gedrückt werden. Ich bin entſchloſſen, Herr Direk⸗ tor! Meine Schuld iſt Ihnen bekannt, verfahren Sie nun mit mir, wie es recht iſt. Die Sünde muß ge⸗ ſühnt werden!“


