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Der Brand-Müller : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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rektor redete ihm freundlich zu, ſich zu beruhigen. Sein mildes Weſen machte den tiefſten Eindruck auf Leon⸗ hard. Endlich gewann er ſeine Selbſtbeherrſchung wie⸗ der und mit ihm die Sprache.

Reden Sie nicht ſo gütig zu mir, Herr Direktor, ſagte er.Ein ſchweres Verbrechen laſtet auf meiner Seele! Wenn Sie Alles wiſſen, wird es Sie gereuen, freundlich gegen mich geweſen zu ſein. Ich habe Sie betrogen!« 6

Der Direktor trat einen Schritt zurück, und maß Leonhard mit ſcharfem Prüfblicke. Vielleicht mochte er fürchten, mit einem Wahnſinnigen zu thun zu haben. Aber wie verſtört Leonhard auch ausſehen mochte, ſein Auge hatte nicht den unheimlichen Blick eines Irren, ſondern nur Kummer und tiefes Seelenleiden ſprach aus ihm.

»Reden Sie, ſagte deshalb der Direktor ſanft und trat wieder einen Schritt näher.Was auch geſchehen ſein möge, es ſoll Sie nicht gereuen, ſich mir anver⸗ traut zu haben. Wir ſind allein, Sie können offen ſprechen.«

Und Leonhard ſprach. Wie geſtern der alten Mar⸗ Lene, ſo erzählte er dem Direktor die ganze Geſchichte ſeiner unſeligen Verirrung, und nur das Eine verſchwieg er, daß Vincenz das Feuer angelegt hatte. Er ſelbſt aber bekannte ſich dazu, in die Brandſtiftung eingewil⸗ ligt zu haben, wenngleich er es an demſelben Tage auch ſchon wieder bereut hätte, freilich erſt, als es ſchon zu ſpät und das Unglück bereits geſchehen war. Zuletzt erbot er ſich dann, ſein ganzes Hab' und Gut an die Aſſecuranz abzutreten und nichts, gar nichts für ſich zurück zu behalten, um auf dieſe Weiſe, ſo weit Der Brand⸗Müller. 7