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Kraft zu Ausführung ſeines Vorhabens. Dann erhob er ſich entſchloſſen, nahm Abſchied von Mar⸗Lene, und ging hinunter, um ſich ein Pferd zu ſatteln und in die Stadt zu reiten. Auf dem Hofe trat ihm Vincenz in den Weg.
»Wohin, Leonhard?« fragte er.
„»Zur Sühne und Buße!« antwortete Leonhard, gab dem Pferde die Sporen und ſprengte davon. Verdutzt ſchaute Vincenz hinter ihm drein.
„Der Unſinnige! Er wird doch nicht....!« mur⸗ melte er.„Aber nein, es iſt nur eine von den Toll⸗ heiten, die ſein ſchwaches Gehirn ausbrütet. Die Erin⸗ nerung an das Zuchthaus wird ihn bald wieder zurück⸗ führen. Bei alledem,— man weiß nicht, was er doch einmal für dumme Streiche machen könnte! Ich will eilen, mein Schäfchen in's Trockene zu bringen, und dann mag mit ihm geſchehen, was will. Der Dumm⸗ kopf ſoll mich weiter nicht kümmern, wenn ich nur erſt ein gutes Theil der Gelder in Sicherheit habe. Es muß bald geſchehen, bald! Dem Schwächling iſt nicht zu trauen. Wenn die alte Hexe, die Mar⸗Lene wieder Einfluß auf ihn gewinnt, ſo bin ich nicht ſicher. Die Alte iſt klug,— ich muß vorbeugen!« 1
Leonhard verfolgte indeſſen mit feſter Entſchloſſen⸗ heit ſeinen Weg. Obwohl er wußte, daß er einer ſchweren Strafe wohl kaum entgehen würde, obgleich er, in die Zukunft ſchauend, nichts vor ſich ſah, als ein Leben der Entbehrung und Armuth, hatte er ſich doch ſeit langer Zeit nicht ſo leicht um's Herz herum gefühlt, als grade jetzt. Sein Gewiſſen ſagte ihm, daß er wieder auf dem rechten Pfade ſei, und dies beſeelte ihn wieder mit Hoffnung und Freudigkeit.


