ren zu laſſen. Das freilich habe er nicht vermuthet, daß Vincenz ſo haſtig zu Werke gehen und ihm nicht einmal Zeit, auch nicht einen einzigen Tag, zum Be⸗ ſinnen laſſen würde. Er habe ſich elend umher getrie⸗ ben, bis ſein guter Geiſt wieder die Oberhand über die Verſuchung gewonnen hätte. Aber ſchon ſei es zu ſpät geweſen. Grade, wo er hätte hinunter zur Muͤhle eilen und Vincenz ſeinen beſſeren Entſchluß mittheilen wollen, ſei Rauch und Feuer ſchon aus dem Dache emporgeſtiegen, und das Verbrechen, die Sünde wäre begangen geweſen.
Er ſchilderte der alten Frau ſeinen ſchrecklichen Ge⸗ müthszuſtand, ſeine Reue, ſeine Gewiſſensbiſſe, die ihn faſt von Sinnen gebracht hätten, und ſeine Stumpf⸗ heit gegen Alles, was nun in Folge des Brandes ge⸗ ſchehen wäre. Alles habe er Vincenz überlaſſen, und dieſer habe auch die Gelder in Empfang genommen und verwaltet, welche von der Feuer⸗Aſſekuranz aus⸗ gezahlt worden ſeien. Wie er ſie verwendet, wiſſe er nicht genau, denn er habe ſich nicht darum beküm⸗ mert, weil er des Sünden⸗Geldes noch keine Sekunde habe froh werden können. Auch die Begegnung mit dem Holzfäller⸗Jungen erzählte er, und das Zuſammen⸗ treffen mit den Bauern in der Dorfſchenke, und wie es ihn durch Herz und Seele geſchnitten habe mit tau⸗ ſend Meſſern, daß er ſo ſchnoͤde von Allen behandelt worden ſei.
„Und nun trag' ich's nicht länger, Mar⸗Lene!“ ſchloß er ſeine Erzählung.„Ich trage nicht länger die Laſt auf meinem Herzen; der Stachel in meinem Ge wiſſen bringt mich zur Verzweiflung, und die Verach⸗ tung aller guten Menſchen drückt mich zu Boden. Die


