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Sprich, mein Kind, und denke, du ſprächeſt zu deiner Mutter, denn, weiß Gott, wie eine Mutter lieb' ich dich, und habe geweint um dich, und getrauert. Jetzt ſprich! Ich höoͤre zu.«
Nun erzählte Leonhard, und verhehlte nichts, ſon⸗ dern öffnete der alten Mar⸗Lene ſein ganzes Herz und ſagte ihr ſeine geheimſten Gedanken. Er erzählte, wie
er von Vincenz in leichtſinnige Geſellſchaft verlockt wor⸗ den ſei, wie er da in Trunk und Spiel große Sum⸗ men vergeudet habe, wie er gezwungen geweſen wäre, Schulden zu machen, und wie er dann tiefer und im⸗ mer tiefer in den Abgrund des Verderbens hinein ge⸗ taumelt ſei, bis er gar keinen Ausweg zur Rettung mehr geſehen hätte und keine Zukunft weiter gehabt, als einzig und allein den Bettelſtab. Denn ihn, den verrufenen Wildbach⸗Müller, hätte gewiß kein anderer rechtſchaffener Müller in die Arbeit genommen, ſo daß ihm alſo nichts Anderes übrig geblieben ſei. An⸗ fangs wär' es auch gut geglückt, aber Vincenz hätte ihm immer abgeredet, den günſtigen Augenblick zu be⸗ nutzen, weil nothwendig noch günſtigere kommen müß⸗ ten, und ſo habe er's denn verpaßt und das Glück habe ihm wieder den Rücken zugekehrt.
Ferner erzählte er nun, was wir Alles ſchon wiſ⸗ ſen, wie er in der Stadt mit einem Agenten der Feuer⸗ Aſſekuranz zuſammengetroffen ſei, wie Vincenz hoch ver⸗ ſichert habe, was am nächſten Tage ſchon gar nicht mehr vorhanden geweſen, wie er von dem abſcheulichen Plane, die Mühle in Aſche zu legen, zuerſt durchaus
nicht habe hören wollen, wie ihn dann ein harter Gläu⸗
biger gedraͤngt, und er endlich keinen andern Ausweg aus dem endloſen Irrſal geſehen, als Vincenz gewäh⸗


