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Der Brand-Müller : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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befahl, wollte blindlings ihrem Rathe folgen, was auch daraus entſtehen mochte.

»Hätte ich's nur immer gethan, murmelte er, ves ſtünde wohl anders und beſſer mit mir!«

Aber Vincenz?

Er durfte es nicht merken, daß er zu Mar⸗Lene ging. Darum ſchlich er heimlich durch das Hinter⸗ Gebäude in das Haus, und auf den Fußſpitzen die Treppe hinauf, pochte leiſe an die Thür der alten Mar⸗ Lene, und trat zu ihr ein.

Sie entſetzte ſich, die alte Frau, als ſie ihn erblickte. Seine Augen lagen tief in ihren Höhlen, die Haare hingen ihm wirr und wild um den Kopf, ſein Geſicht war aſchbleich, ſeine Wangen eingefallen, und die Klei⸗ der ſchlotterten ihm unordentlich am Leibe. Er war alt geworden, der unglückliche Leonhard, in einer ein⸗ zigen ſchlafloſen Nacht; um zehn Jahre hatte ſie ihn älter gemacht.

»Hier bin ich, Mar-Lene, ſagte er.Ich trag' es nicht länger allein. Du ſollſt Alles erfahren, und dann entſcheide du über das, was ich thun ſoll.

Sei ruhig, mein Sohn! Sei ruhig! antwortete die Alte, und ſtreichelte freundlich ſeine Wangen, wie vor alten Zeiten, als Leonhard noch ein Kind war.

Und wie ein Kind führte ſie ihn an einen Stuhl, hieß ihn niederſitzen, ſetzte ſich neben ihn, nahm ſeine heißen brennenden Finger zwiſchen ihre alten, abgemagerten Hände, und ſagte:.

Nun erzähle, Leonhard.Niemand hört dich, als

der liebe Gott und ich, und wir Beide meinen es gut

mit dir. Alſo ſchütte nur dein ganzes Herz aus, und nachher wollen wir ſchon ſehen, was zu machen iſt.