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Der Brand-Müller : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Der Verdacht ruhete nun einmal auf ihm und drückte ihn durch ſein Gewicht zu Boden. Leonhard ſah nur zu wohl: er ſtand allein! Kein achtbarer Mann wollte mit einem Menſchen Umgang und Ge⸗ meinſchaft pflegen, der, ſei er nun ſchuldig, oder nicht⸗ ſchuldig, ſeinen guten Ruf und ehrlichen Namen ver⸗ loren hatte.

Dieſe Gewißheit drang wie tauſend Schwerter durch ſein Herz und brachte ſein Unglück auf den äußerſten Grad. Eben das, was er durch das Verbrechen hatte abwenden wollen, traf ihn jetzt mit verdoppelter Wucht. Hätte er damals offen den Nachbarn und Freunden ſeine üble Lage anvertraut, um Hülfe gebeten und Beſ⸗ ſerung ſeines leichtſinnigen Lebenswandels verſprochen, gewiß, Keiner von Allen würde ihn abgewieſen und von ſich geſtoßen haben! Durch Fleiß und Sparſam⸗ keit hätte er ſich retten, ſeine Umſtände verbeſſern, und zuletzt mit gutem Gewiſſen wieder eben ſo wohl⸗ habend werden können, als er es nach dem Tode ſei⸗ nes Vaters geweſen war. Dabei wäre er geachtet, ge⸗ ſchätzt und beliebt geblieben, und hätte uͤberall gute Freunde gehabt. Was hatte er nun durch die Sünde gewonnen? Nur ungerechtes Gut, das ihm noch dazu von ſeinem Spießgeſellen ſtreitig gemacht wurde; und verloren hatte er ſeinen guten Namen, ſeine Ehre, ſeine Freunde, ſein gutes Gewiſſen, ſeinen ruhigen Schlaf und den Frieden ſeines Herzens!

Oh, ein ſchlechter, ein ſchlechter, ein trauervoller, beweinenswerther Tauſch!« ſeufzte er, und zerſchlage⸗ nen Gemüthes, tief gebeugt und gedemüthigt verließ er die Schenke, um in die Mühle zurückzukehren.

»Mar⸗Lene hat recht, murmelte er unterwegs ein⸗

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