ſeinen Kopf, wie eine Bürſte, und zog ſich wie eine Schneppe tief in die Stirn herab. Seine G ſichtsfarbe war auffallend dunkel, ſein Mund mit ſchmelen Lippen feſt zuſammengepreßt. Wenn man die Aeiden, den Müller und ſeinen Knappen, mit einander verglich, ſo konnte es Einen nicht wundern, daß der Letztere eine gewiſſe Herrſchaft über den Erſteren ausübte; denn hier zeigte Alles Kraft, Entſchloſſenheit, Muth und Feſtigkeit, während dort Charakterloſigkeit aus jeder Kleinigkeit ſprach. Der Schulze hatte recht: ein böſer Menſch war der Bernhard ſicherlich nicht, aber leicht⸗ ſinnig und ſchwach, und ſehr hätte er eines feſten treuen Freundes bedurft, deſſen Rath und Beiſpiel vortheilhaft auf ihn einwirken konnte.
Ob Vincenz ein ſolcher Freund war? Man mochte es bezweifeln, wenn man ihn anſah. An Feſtigkeit fehlte es ihm wohl nicht, aber die Treue?— der Schulze hatte wiederum recht, unwillkührlich fiel Einem in ſeiner Nähe das Sprichwort ein:„Trau, ſchau, wem!“«
Der junge Müller und ſein Begleiter kamen mitt⸗ lerweile näher an den Tiſch unter der Linde, und höf⸗ lich, obgleich etwas nachläſſig grüßte Leonhard die am Tiſche ſitzenden Bauern, während Vincenz trotzig, ohne ihnen einen Blick zu gönnen oder an ſeine Mütze zu greifen, vorüber ging. Beide nahmen in der Nähe ein Tiſchchen ein, und Leonhard begehrte Wein, bei wel⸗ chem Verlangen der Schulze und die Bauern verſtoh⸗ len die Köpfe ſchüttelten.
Wein zu trinken in der Dorfſchenke war etwas un⸗ erhoͤrtes; öchſtens ein Fremder, ein Durchreiſender
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