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Der Brand-Müller : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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ſehen. Nun, vielleicht, daß er ſeiner guten Freunde in der Stadt müde iſt und ſich zu unſeren einfachen Sitten bequemt! Ich wollt es ihm wünſchen, und es würde auch ſein Schade nicht ſein. Wenn er nur den widerwärtigen Geſellen, den Vincenz, nicht mitbrächte! Der Leonhard iſt am Ende kein böſer Menſch, nur eben ſehr leichtſinnig und ſchwach, und ließe ſich vielleicht noch erziehen.

Niemand antwortete, ſondern Alle, die um den Tiſch herum ſaßen, wendeten ihre Blicke den Ankom⸗ menden entgegen, und ſchauten ſie neugierig und ver⸗ wundert an.

Arm in Arm kamen ſie langſam daher geſchlendert. Der junge Wildbach-Müller war ein ſchlanker, hüb⸗ ſcher Mann mit blonden Locken und blauen Augen, eine ſchmächtige, faſt zarte Geſtalt mit etwas vorge⸗ bückter, nachläſſiger Haltung. Seine Züge, obwohl nicht unangenehm, zeigten etwas Schlaffes in ihrem Ausdrucke, ſeine Augen blickten matt, auf den er⸗ ſten Blick konnte man ihm anſehen, daß der junge Menſch nichts weniger als einen feſten Charakter ha⸗ ben könne.

Anders ſein Begleiter, welchen wir ſchon unter dem Namen Vincenz aus dem Geſpräche der Bauern kennen gelernt haben. Eine ſtämmige, gedrungene Ge⸗ ſtalt, die feſt und trotzig auf den Füßen ſtand; ein

inſteres, verſchloſſenes Geſicht mit ſehr ſtarken, dichten, chwarzen Augenbrauen, die über der Naſenwurzel in

einen Strich zuſammenliefen, was den tiefliegenden,

ſehr dunkeln Augen etwas Unheimliches gab. Wie Dolchſtiche blitzten ſie aus dem Hintergrunde hervor. Kur geſchorenes, ſchwarzes,

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