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„Ihr ſchwatzt, wie Ihr's verſteht, Gevatter,“ nahm der Schulze das Wort.„Ich kenne die Mar⸗Lene ſeit vielen Jahren, und weiß, daß ſie ihr Gewicht in pu⸗ rem Golde werth iſt. Wie hat ſie des Müllers Haus⸗ weſen im Stande erhalten, als ihm die Frau ſtarb, da der Leonhard noch kein Jahr alt war! Wie hat ſie den Leonhard, dieſen undankharen Buben, bewacht und be⸗ hütet und in Krankheit/gepflegt, als eine wahre, ächte Mutter! Ohne die Mar⸗Lene wäre die Wildbach⸗Mühle nicht halb ſo viel werth, als ſie jetzt iſt, denn ſo wie ſie gewirthſchaftet und ſich gemühet hat zum Nutzen fremder Leute, ſo mühet ſich kaum eine Bauersfrau hier im Dorfe für ihren eigenen Herd und Hof. Der Leonhard ſollte ſie daher auf Händen tragen und ihren Rathſchlägen blindlings folgen, da ſie in ihren kleinen Finger immer noch mehr Verſtand hat, als er in ſeinen ganzen leichtfertigen Kopfe,— aber Undank iſt der Welt Lohn! Die guten Dienſte ſind vergeſſen, und die Alte wird bei Seite in die Rumpelkammer ge⸗ ſchoben. Das iſt ſo der Welt Lauf. Aber das glaube ich ſelbſt, daß die Mar⸗Lene in Bezug auf den Vincenz ganz recht hat. Der Wildbach⸗Müller nährt eine Schlange an ſeinem Buſen, und er mag ſich vorſehen, daß er von ihr nicht gebiſſen wird. Der Vincenz hat etwas Falſches, Verſtecktes, Lauerndes in ſeinen Blicken, das mir ſagt, man müſſe vor ihm auf der Hut ſein.
Aber was ſeh' ich, da kommen ſie ja alle Beide an,—
Arm in Arm, wie die beſten Freunde, und nicht wie Diener und Herr. Wenn man vom Fuchſe ſpricht, pflegt er nicht weit zu ſein, ſagt das Sprüchwort,— doch das hätte ich mir nicht träumen laſſen, den reichen Wildbach⸗Müller auch einmal in der Dorfſchenke zu


