rechten Zeit geſprochen hat. Aber juſt das eine Mal ſoll es hart hergegangen ſein zwiſchen der Alten und dem Leonhard.“ „Wie iſt's denn gekommen?« fragte der Schulze. »Auch wegen dem Vincenz,“ antwortete Steffen. »Ihr wißt ja Alle, die alte Mar⸗Lene iſt eine kluge Frau, die ſich nichts weiß machen läßt. Trotz ihrer rothen Ränder um den Augen ſieht ſie noch ſo ſcharf, wie die jüngſte Bauernmagd, und Viele wollen gar behaupten, ſie ſei eine Here und könne in's Verbor⸗ gene ſchauen. Aber das iſt natürlich nur dummes Zeug, und ich glaube nicht daran. Daß ſie aber mehr weiß, als viele Menſchen, und einen klugen Kopf hat, daran zweifle ich ſo wenig, wie alle Anderen, die ſie kennen. Nun denn, ſie mag dem Vincenz bald auf die
Sprünge gekommen ſein, und eines Tages iſt ſie dann
mit ihrem Krückſtock hinunter gegangen in die Stube zum Leonhard, und hat ihm da über ſeinen Buſen⸗ freund reinen Wein eingeſchenkt. Der Vincenz hat natürlich Alles abgeläugnet, und Leonhard hat ihm mehr geglaubt, als der alten, treuen, redlichen Frau. „Ich kenn' ihn beſſer, hat er geſagt,— ‚ich habe mit ihm in der Reſidenz zwei Jahre gearbeitet, und da lernt man ſich ausproben.“ Die alte Mar⸗Lene aber hat er eine häßliche Hexe geſchimpft und ſie auf den Blocks⸗ berg verwünſcht. Da iſt denn dieſe böſe geworden und ſoll geſagt haben: ‚Leonhard, ich habe deinen Vater auf den Armen getragen und deine Kindheit wie eine Mutter behütet. Jetzt willſt du allein gehen und ver⸗ ſchmäheſt guten Rath und gute Warnung. Ich aber ſage dir, dein Weg führt in's Verderben und an den
Bettelſtab! Ich ſage dir, daß dieſer Menſch, den du
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