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Mühle, und iſt ein ſchönes Beſitzthum; der Beſitzer heißt Leonhard, die Leute in der ganzen Umgegend nennen ihn aber gewöhnlich nur den Wildbach⸗Müller, und der Name hat einen guten Klang weit umher. Der Windbach⸗Müller gilt für einen wohlhabenden, ja reichen Mann, und wer ihm begegnet, nimmt die Mütze vor ihm ab.
Wenigſtens war dies ſo bis vor einem Jahre, als der alte Müller noch lebte, ein rechtſchaffener, braver, wohlthätiger Mann, der keinen Armen unbeſchenkt von ſeiner Schwelle gehen ließ. Seit einem Jahre aber hatte ſich Manches geändert, und, wie man munkelte, nicht zum Beſten. Der alte Muͤller war geſtorben, und ſein einziger Sohn, noch ein junger Mann, hatte die Mühle als Erb⸗Eigenthum übernommen, nachdem er kaum erſt mündig geworden war. Schuldenfrei hatte er das ſchöne Beſitzthum bekommen, und jetzt nach einem kurzen Jahre ſchon hieß es, der Wildbach⸗Müller habe die Mühle mit ſchweren Schulden belaſtet, die er in der nur zwei Stunden entfernten Stadt gemacht, zu der die Bauern aus dem weiter oben am Wildbache gelegenen Dorfe die Erzeugniſſe ihrer Felder zu fahren pflegten. In der Schenke, wo ſie ſich Abends nach gethaner Arbeit gewöhnlich einfanden, ſprachen ſie oft vom Wildbach⸗Müller, und nur ſelten Gutes.
So auch eines Sonntags am Nachmittage im ſchönen Sommer, wo vier oder fünf Bauern im Freien unter der breitwipfligen Linde vor der Schenke ſaßen, Alle
in bloßen Hemdsärmeln, denn es war heiß, und Jeder 4
einen Krug voll ſchäumenden Braunbiers auf dem höl⸗ zernen Tiſche vor ſich.


